Lebenslage

Ernährung

Die im Jahr 2017 verabschiedete Ernährungsstrategie bildet den Rahmen für alle Maßnahmen des Landes im Bereich der Ernährungsbildung.
Außerdem soll darüber eine nachhaltige Außer-Haus-Verpflegung gesichert werden.
Mit diesem ressortübergreifenden Vorgehen setzt Baden-Württemberg starke Impulse für eine bewusste, ausgewogene und nachhaltige Ernährung im Land.
Grundlage für die Umsetzung der Ernährungsstrategie sind neun Leitsätze.

Das Landeszentrum für Ernährung in Schwäbisch Gmünd bündelt dabei alle Maßnahmen.
Es ist der landesweite Ansprechpartner für eine nachhaltige, genussvolle und gesundheitsfördernde Ernährung in Baden-Württemberg.
Arbeitsschwerpunkte bilden die Bereiche

  • "Ernährungsinformation und -bildung" sowie
  • "Gemeinschaftsverpflegung".

In Zusammenarbeit mit den unteren Landwirtschaftsbehörden und den vier Ernährungszentren werden Aktivitäten der Offensive „Mach´s Mahl - Gutes Essen für Baden-Württemberg“ umgesetzt.

Ernährungsinformation und -bildung

Mach’s Mahl ist die Offensive für gutes Essen in Baden-Württemberg. Informationen und Tipps, Veranstaltungen und Mitmachangebote laden dazu ein, den persönlichen Weg des guten Essens zu entdecken.
Dabei finden Aspekte zu ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung ebenso Beachtung wie die Themen "Genuss" und "Nachhaltigkeit" - zuhause und in der Außer-Haus-Verpflegung.

„Essen zwischen Hektik und Genuss“ ist ein Schwerpunktthema der unteren Landwirtschaftsbehörden, der Landkreise und der vier Ernährungszentren in Baden-Württemberg.
Ziel des Schwerpunktthemas ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher, vor allem junge Erwachsene und Berufstätige, bei ihrem eigenen Weg des guten Essens zu unterstützen - trotz Alltagsstress und Hektik. Dazu werden landesweit zahlreiche Workshops, Vorträge und Ausstellungen angeboten.
Mit dem Projekt #easyfoodbw werden besonders junge Erwachsene in der Berufsausbildung und im Studium angesprochen, um sie in diesem neuen Lebensabschnitt zu einer nachhaltigen, genussvollen und gesundheitsfördernden Ernährung zu befähigen.
Über eine Reihe von Events werden den jungen Erwachsenen praktische Tipps vermittelt. Danach werden sie mit Ernährungsinformationen auf Instagram unterstützt.

Mit der im Jahr 2019 ins Leben gerufenen Kampagne „Lebensmittelretter - Neue Helden braucht das Land“ handelt das Land mit seinen Kooperationspartnern aktiv gegen Lebensmittelverschwendung.
Ziel ist die Vermittlung des wertschätzenden Umgangs mit Lebensmitteln. Denn noch immer landen viele noch genießbare Nahrungsmittel im Müll.
Ergänzend dazu bieten die Landratsämter Workshops (auch online) oder Vorträge zu diesem wichtigen Thema an.

Die Landesinitiative "Bewusste Kinderernährung" - kurz BeKi - vermittelt ausgewogenes Essen und Trinken mit allen Sinnen und stellt Freude und Genuss bei den Mahlzeiten in den Mittelpunkt.
Das Angebot richtet sich an Kinder, Eltern, pädagogische und hauswirtschaftliche Fachkräfte in Kitas und Schulen (bis einschließlich Klasse 6) sowie an Tagespflegepersonen.
Es umfasst Informationsveranstaltungen, Unterricht, Broschüren, Arbeits- und Informationsmaterialien zum kostenlosen Download, eine Vielzahl an praxisnahen Fortbildungen (auch online) für pädagogische Fachkräfte in Kita und Schule sowie das Coaching zum BeKi-Zertifikat.

Baden-Württemberg beteiligt sich seit dem Jahr 2017 am EU-Schulprogramm.
Kinder in teilnehmenden Kitas und Schulen erhalten dadurch wöchentlich kostenlose Gemüse, Obst- und Milchportionen.
Alle teilnehmenden Einrichtungen sind aufgefordert, das Angebot pädagogisch zu begleiten.
Denn die Kinder sollen nicht nur auf den Geschmack der Früchte und der Milch kommen.
Sie sollen auch erfahren, wann und wie diese erzeugt werden, wie sie die Lebensmittel selbst verarbeiten können und warum Gemüse, Obst und Milch für eine ausgewogene Ernährung wichtig sind.
Die Landesinitiative BeKi bietet hierzu eine Fortbildung und Arbeitsmaterialien sowie Unterstützung durch einen Besuch einer BeKi-Referentin in der Einrichtung an.

Zum Schuljahr 2017/18 stellte das Land allen Grundschulen in Baden-Württemberg das Medienpaket „Ernährungsführerschein“ zur Verfügung.
Dieser Baustein für die Umsetzung der Ernährungsbildung im Unterricht ermöglicht den Kindern im Klassenzimmer Lebensmittel sinnlich wahrzunehmen, diese zu kleinen Gerichten zu verarbeiten und anschließend gemeinsam zu genießen.
Unterstützt wird die Einführung des Ernährungsführerscheins durch zwei Lehrkräftefortbildungen, angeboten über die Landesinitiative "BeKi".

Gemeinschaftsverpflegung

Im Bereich der Kita- und Schulverpflegung sollen Essen und Trinken im Lebensraum Kita und Schule nachhaltig verankert und die Qualität des Essens verbessert werden.
Fortbildungen, Austauschmöglichkeiten, Informationsmaterialien und Coaches für Kita- und Schulverpflegung unterstützen die Handelnden.

Mehrere Modellprojekte zur Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung in allen Lebenswelten werden am Landeszentrum für Ernährung durchgeführt.
Neben Schul- und Hochschulmensen sowie Landeskantinen werden Reha-Einrichtungen, Kliniken und Senioreneinrichtungen dabei unterstützt, ihre Verpflegung zu verbessern.
Neben der Umsetzung der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) und der Durchführung der DGE-Zertifizierung wird auch eine Bio-Zertifizierung angestrebt.
Dabei soll der Anteil an ökologisch erzeugten, möglichst regionalen Lebensmitteln auf mindestens 20 Prozent im Gesamtwareneinsatz eines Jahres gesteigert werden.
Auch regional und fair gehandelte Lebensmittel sollen vermehrt angeboten werden.
Die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung sowie die Verbesserung der internen und externen Kommunikation sind weitere wichtige Ziele der Modellprojekte.

Mehr Bio für und aus Baden-Württemberg ist das Ziel der Bio-Musterregionen.
Erzeuger, Verarbeiter, Vermarkter und Verbraucher engagieren und vernetzen sich vor Ort, um mehr bio-regionale Lebensmittel anbauen und anbieten zu können.
Um diese Entwicklung auch in Kantinen oder Mensen aufgreifen zu können, werden mit dem Projekt „Bio in der Gemeinschaftsverpflegung in den Biomusterregionen“ gezielt Verpflegungseinrichtungen unterstützt.
Ziel ist, gesundheitsfördernde, nachhaltige und genussvolle Speisen in der Gemeinschaftsverpflegung zu stärken.

Übergeordnete Lebenslage: Ernährung und Lebensmittelsicherheit